Tobias Altemeier 15 January 2005 20:43:18
Cable Car, Pear 39 und Alcatraz….
Wir haben gestern den Yosemite Nationalpark wieder über die Route 140 verlassen, damit wir nicht Gefahr laufen, steile Abhänge und hohe Bergstraßen passieren zu müssen. Ok, das war zwar ein Umweg von 30 Meilen, aber was soll´s? Und? Was hatten wir davon? Die Straße, die nach der 140 zurück zur Route nach San Francisco führte, war warscheinlich noch eine Steigerung an Höhe und Kurvenreichheit gegenüber dem direkten Weg… Grrrr. Entspannt, durch die Tatsache, dass wir den Yosemite Park in ganz anderem Licht und anderer Ausstrahlung erleben durften, ( wir haben sogar überlegt noch einen Tag zu bleiben, da das Wetter einmalig war – und wir hatten ja noch keine Bären getroffen …. ) hat Kerstin diese Strecke, trotz schwitziger Hände und verkrampfter Haltung ( die Abdrücke Ihrer Fingernägel in den Armlehnen werden von Dauer sein), mit enormem Galgenhumor ertragen. Das führte dazu, dass wir beide “relativ” entspannt die wahnsinnige Aussicht über Berge und Täler in Wolkenhöhe erleben konnten.
San Francisco kam immer näher! Und das bei Sonnenschein (!!!!!!!!) Wir hatten im Reiseführer schon über die irrwitzige Fahrweise der San Francisca’ner gelesen, jetzt durften wir es live erleben! Nicht genug damit, dass es hier von Einbahnstrassen nur so wimmelt, und es immer ein Glücksgriff ist den richtigen Weg zu finden, nein, die Steigungen der berühmt berüchtigten Hügel ist wirklich der Hammer! So etwas findet man in Deutschland wohl kaum. Jeder deutsche Fahrschühler wäre definitiv hoffnungslos überfordert, aber die Amis machen es sich ja leicht. Sie fahren wirklich alle Automatik-Wagen. Anfänger! Aber mal im Ernst, mit einem Schaltgetriebe würde das hier auch nicht funktionieren. Nur mit Handbremse anfahren macht doch keinen Spass. Mithilfe von GPS und Notebook haben wir den Weg dann doch gut gefunden (nicht einmal verfahren), wohl auch deshalb, weil Toby mittlerweile genauso rowdi-haft fährt wie die Einheimischen (Zitat: Sonst bin ich einfach ein Verkehrshindernis). Wir hatten nur Angst ins falsche Viertel zu geraten (Tenderloin. Unser Concrearge: If you wanna buy crack, go there), hätten auch fast die falsche Abfahrt genommen, hat aber doch alles sehr gut geklappt,. Mithilfe unseres guten Reiseführers, ADAC, an dieser Stelle noch mal herzlichen Dank an Katrin und Heinz für das hilfreiche Geschenk, haben wir ein Hotel, genau nach unserem Geschmack und Geldbeutel, gefunden. Wir sind im Sheehan, einer ehemaligen YMCA-Herberge, mitten im Herzen der Stadt. Das Cable-Car fährt direkt vor unserer Haustür vorbei, und China-Town ist nur ein Spucken weit entfernt. Und jeden Abend drehen wir unsere Runden in dem riesigen Schwimmbad des Hauses. [ Moment, ich kann mich gerade nicht konzentrieren, hier fährt schon wieder ne Feuerwehr vorbei, so jetzt gehts weiter]
Nachdem wir unser Frühstück verschlafen haben (Ja, Frühstück ist inclusive) ging es heute morgen (Der Conciearge: Good afternoon) zur ersten Besichtigungstour. China Town, Pear 39, Fischerman’s Warf und Cable Car. Ok, der Reihe nach. China-Town ist ein überdimensionaler Ramschladen. Wir fühlten uns wie auf einem türkischem Basar. Es hat aber ein sehr eigenes Flair. Es gibt Chinesen, die kein Wort Englisch sprechen, und man kommt an Lebensmittelgeschäften vorbei, an deren Fenster Dinge ausgestellt werden, die kein Deutscher sehen, geschweige denn essen will. Ich sage nur “getrockneter Fisch”. Danach herrschte erst mal Ruhe im weiteren Straßenverlauf, auf unserem Weg haben wir die Lambard Street gesehen (die wohl bekannte gewundene “Zick-Zack” Einbahnstraße) mit Sicherheit 50% Steigung! Einen wirklich guten Eindruch hat bei uns der Peer 39 hinterlassen. Wenn auch eine reine Touristenattraktion, ist es hier wirklich sehr schön. Es herrscht ein reges Treiben, aber nicht laut, schrill oder nervtötend. Wir haben schon einen Blick auf Alcatraz werfen können, und konnten uns gar nicht satt sehen an diesen super niedlichen Robben, die hier am Pier campieren. Am Fischerman’s Warf lief uns das Wasser im Mund zusammen, denn hier wurden an allen Ständen Fisch auf die verschiedensten uns leckersten Arten zubereitet (Für uns Fisch-Freunde ein echter Augen-Schmauß) Hier stand ein Kurzbesuch eines ehemaligen US-Marine U-Bootes auf dem Plan, es ist schon beeindruckend auf welch einer Enge die Matrosen leben und arbeiten mussten. Und zwar 85 in diesem Mini-U-Boot! Kaum zu glauben. Kerstin hat es genug geschwankt, es ging an Land noch weiter, deshalb haben wir uns das Kriegsschiff, das als einziges nach dem 2. Weltkrieg aus der Normandie zurückkehrte, nur von außen angeschaut. Wieder einmal fertig von den vielen Eindrücken, wollten wir jetzt nach “hause”. Und zwar mit dem Cabel-Car. Die ganzen Hügel zu Fuß bergauf, wäre einfach zu viel gewesen. Die Fahrt mit dem rollenden Museum hat uns tief beeindruckt. Friedhelm hätte an der Technik definitiv seine Freude gehabt. Ein Wunder, dass so etwas funktioniert. Die Drehstationen, die Bedienung, die Technik, einfach wunderbar. Der “Cable-Car-Greifer”- die Person, die die Hebel bedient und den Wagen via Hand mit Manneskraft dreht- war und musste wirklich ein “Bär” sein! Genial! Wirklich ein “Ride” werkt! Achterbahn fahren dagegen ist ein Witz!
Nach ein paar Runden im Hotelpool haben wir das beste “Halbe-Hähnchen” unseres Lebens gegessen. Mit Kohlsalat und Kartoffelpüree. Hi Hi Hi.
Zu diesem Zeitpunkt können wir jetzt schon sagen, dass wir in San Francisco das erste Mal das Gefühl haben, wirklich in Amerika zu sein! So stellt man sich Amerika vor! Die Stadt ist absolut unser Ding.
Morgen um 12:15 legt unsere Fähre nach Alcatraz ab, Toby ist schon total aufgeregt. Endlich sehen wir Alcatraz. Al Capone und “George – Machine Gun – Kelly” lassen grüßen.
Berichte folgen, wir wollen ja auch noch die Golden Gate Bridge, das Cable Car Museum und vieles vieles mehr anschauen!
Bis morgen,
Kerstin und Toby