Tobias Altemeier 18 June 2007 21:09:25
Nachdem Friedhelm endlich unseren langersehnten Wunsch erfüllt hat und Anfang diesen Jahres das Boot gegen ein Traummobil getauscht hat, verfestigten sich unsere Reisepläne diesmal den Norden unserer Kugel zu erkunden.
Bei einem gemütlichen Kaffeetrinken in Elsen bei den Küttners, verkündete Tobias (ohne Rückfragen) “Wir fahren nach Norwegen”
Kerstin, sichtlich überrascht “Hä? Haben WIR das entschieden?” Aber gut – unser Reiseziehl stand jetzt fest.
Ohne lange zu Zögern übernahmen die Kütterns die Idee und besorgten sich flux ein “fast-genauso-gutes” Womo, aber ohne TV! *Ätsch*
Nach endlosen Warte-Wochen war es nun endlich so weit. Vor Reisebegin stand noch das Fitnessprogram auf dem Plan: Aus dem 4ten Stock runter zum Wohnmobil, vom Wohnmobil zum Keller, 4.Stock, WOMO, Keller, Supermarkt, Keller, 4.Stock, Büro, Keller, Womo, puuuuuuuuhhhhh.Somit sind wir nun auch fit für Gletscherwanderungen in Norwegen.
Sontag den 17.06. ging es nun endlich los. 800 total unspektakuläre Kilometer von Paderborn nach Hanstholm. Kein Stau, keine Panne und – Ihr glaubt es kaum – von Paderborn bis zur Spitze Dänemarks keine einzige AMPEL (abgesehen von den 300 in Ampelborn selbst). Na gut, so ganz ohne Pannen ist es nun doch nicht abgelaufen, Toby hat mal wieder versucht ohne auf die Bremse zu treten der Automatik die Vorwärtsfahrt bei zubringen (10 Minuten lang mit Kopfschütteln) und das mit den Scheibenwischern üben wir auch noch mal. Aber egal; gegen 20 Uhr erreichten wir endlich (ohne teure Photos) Hanstholm in Dänemark. Nach kurzer Suche fand sich ein idyllischer Stehplatz am Bunkermuseum zum Nächtigen. Camper-linke Bockwurst und Kartoffelsalat gegessen – kurz onboard geduscht und sich gewundert wie lange es hier hell ist. – Nachtruhe!
Die Nacht war kurz aber erholsam und um 8 Uhr standen wir als Erstes! am Fährhafen von Masterferries – immer noch grübelnd ob wir mit unseren 2,95 Höhe überhaupt in den Cat passen. Ein paar Tassen Nescafee später füllte sich der Platz merklich und der Katamaran schob sich in seinen Zielhafen. Sein Rachen öffnete sich und wir machten uns bereit von Ihm verschlugen zu werden. Obwohl wir “eigentlich” die ersten waren wurden etliche kleinere Fahrzeuge vorgezogen – was uns fast zum Verhängnis wurde. Irgend so ein Holländer wollte uns unbedingt die Rivalität der Niederländer mit den Deutschen näher bringen und versuchte unser Womo um gut einen Meter zu kürzen. Holländer – natürlich mit Wohnwagengespann – drehte zum entsetzen von Kerstin und mir ab und unterschätze ganz locker seinen Wendekreis. Ungelogen – es fehlten nur noch 5 mm. Da nutzte auch Kerstins schreien nichtes mehr. Der grummelige Einweiser war dann aber doch noch ganz nett und fragte lächelnd “habt Ihr nicht genug Space?”.
Im Bauch des Kats passiert unglaubliches. Nicht so eine Grobmotorik wie auf den großen Fährschiffen, nein, in
kleinster Feinmechanik wird im Bauch jedes Fahrzeug unter Deck millimeterweise rangiert. Vor – Zurück – Vor – Zurück – noch ein Millimeter – Passt! 2 Stunden und ein Lachsbrötchen später befahren wir die ersten Meter Norwegens – Willkommen in Kristiansand. Der Zoll winkte uns nett durch und sofort erstreckte sich die ganze Schönheit des Landes Norwegens vor unseren Reifen. Sattes Grün, klare Seen, schöne Felsformationen und angenehm zu befahrene Strassen. Da wir müde waren und einfach “erst mal ankommen ” wollten, entschieden wir uns für einen wunderschönen Campingplatz im nahen Mandal. Unser Standplatz ist 100 Meter vom Strand entfernt, direkt im Wald gelegen und die Sonne scheint uns jetzt um 22:00 Uhr immer noch direkt ins Gesicht. Herrlich. Man hört nichts ausser Wellenrauschen und Vogelgesang. Morgen früh geht es erst mal Einkaufen – aber erst nachdem wir ordentlich ausgeschlafen haben. Wir genießen das Camper-Leben (die Camper sind unglaublich freundlich und alle Paare halten hier Händchen – egel welches alter). Ach ja, bis vor 2 Stunden waren wir noch die mit dem größten Wohnmobil – dann fuhren zwei “Züge” aus England vor, mit ausfahrbaren Wohnzimmer – ekelig
Aber das kann uns jetzt auch nicht mehr Schocken; uns geht es gut und wir freuen uns auf morgen und die vor uns liegenden 2,5 Wochen.
Hier die Bilder aus unserem Urlaub -> KLICK