iPhone Besitzer sind cool – und Blackberry User sind verschlafene Dinosaurier. Aha. So So. Potzblitz. Wenn man heute durch die Stadt geht sieht man entweder wahlweise ein schwarzes oder weißes iPhone am Kopfe des Besitzers. Damit hat sich die Personalisierung. Oder ich betrete ein Kaffee und beobachte schmunzelnd wie ein iPhone Besitzer eine Steckdose für das mitgebrachte Ladegerät sucht …. Der vermeintliche Fortschritt ist heute gepresst zwischen zwei Glasscheiben mit Apfellogo…..
Vorweg …
wie so viele bin ich damals von Nokia zu meinem ersten iPhone gekommen. Ich war fasziniert von der sauberen Verarbeitung des Gehäuses, der “Habtik” und der intuitiven Bedienung. Der Appstore war damals zwar noch in den Anfängen, mehr als ein paar brauchbare Apps fanden sich nicht. Zugegeben, die Anzahl der sinnfreihesten Apps war trotzdem bemerkenswert. Heute besitze ich seit Jahren einen Blackberry, derzeit einen Bold 9780, ein Blackberry Playbook und – ja – ein iPad 1 für’s Sofa.
Warum bei mir der Apfel vom Baume flog ….
- Tastatur

Die waschechte Tastatur ist für mich mittlerweile eines der schlagensten Argumente gegen ein iPhone. Die Bildschirmtastatur ist zwar niedlich und sicherlich wurde hier das möglichste wahr gemacht, aber das Feedback einer “echten” Taste liegt bei den Touchscreens noch in der Ferne. iPhone Besitzer verteitigen immer wieder: “Ich kann mit der virtuellen Tastatur genauso schnell Tippen wie mit einer echten” [...]. Gelogen. Gerechtferigt. Bullshit. Jeder Blackberry (ab)user ist mit der eingebauten Tastatur deutlich schneller als mit einer – JEDEN – Virtuellen. Wer’s nicht glaubt: Ausprobieren! Gerade wenn es um das Tippen von Sonderzeichen oder nur dem “@” geht …. - PIM – Personal Information Manager – aber dann bitte auch ganz
Blackberrys synchronisieren seit Jahren Mails, Kalender, Adressen UND To-DO’s UND Notizen. Und das alles im echten Push-Verfahren. Ändert man eine Zeile in einer Notiz, wird auch nur diese Zeile gepusht. Für mich sind Notizen und To-Do’s wichtig. Für andere vielleicht nicht. Für mich ist es wichtig das ein Telefon sparsam mit den Datentransfers umgeht. Für andere mag das im Zeitalter der Daten-Flatrates egal sein. Spätestens beim ersten Aufenthalt im Ausland ist die Freude über eine iPhone-Auslands-Datentransfer-Rechnung groß [...] - Akku – oder die berühmte Standby-Zeit
Damals hat man beim Kauf eines Handy’s vor Allem an die Akkulaufzeit gedacht. Telefone die nur einen Tag durchhielten waren praktisch nicht zu verkaufen. Hm. Moment. Seltsam. Wie ist das denn noch mal mit der Akkulaufzeit des iPhones. Jeder iPhone Besitzer weiss jetzt wovon ich rede. Mal zur Info: Mein Blackberry hält ohne Probleme 3 bis 4 Tage: Trotz andauernder Nutzung, Bluetooth + WLAN Aktivität….. - Do it you way – ich will kein Lemming sein!
Vielleicht ist der 4. Punkt sogar mit Abstand der Wichtigste. Ein weiser Mensch hat mal zu mir gesagt: Tobias, Du must Deinen eigenen Weg gehen. Zugegeben, diese Weisheit ist an dieser Stelle etwas “verbogen” aber lassen wir etwas Transferleistung zu: Apple’s Way of Life ist einfach nicht meiner. Und wird es auch nicht mehr sein. Wer etwas aufmerksam die Presse der vergangenen Jahre verfolgt hat ist immer mal wieder über Schlagzeilen wie “Apple zensiert Apps” oder “Apple lasst App nicht zu” gestolpert. Apple verbietet also Apps wenn Sie nicht irgendwelchen von Apple festgelegten Regeln entsprechen. Bei vielen Inhalten mag das sogar wünschenswert sein, aber wo fängt Zensur an, wo hört diese auf?
Weiter: Apple will kein Flash, der User bekommt kein Flash. Punkt.
Viel wichtiger ist mir allerdings: ein Apple Produkt ist so, wie es Apple vorgesehen hat. Der Anteil an “Customising” die der User noch vornehmen kann wurde auf ein Minimum reduziert. Mitlerweile kann man zwar Apps in Ordnern zusammenfassen (Wau) und den Bildschirmhintergrund wechseln (Doppel-Wau) – Dinge die bei Blackberrys schon immer gingen. Aber ich hätte gerne den Startbildschirm so wie ICH es brauche – mit der Anzeige der ungelesenen Mails, mit den offenen Terminen, mit meinen unerledigten To-Do’s (geht bei BB), ich hätte die Hardwaretasten bitte so belegt wie ICH es möchte (geht bei BB), ich hätte gerne einen eigenen Theme (geht bei BB) etc. etc. Ich möchte mir mein Telefon so anpassen wie ich es liebe, brauche und mag. Und mich nicht dem “Apple way of life” unterwerfen. Die Funktionen eines iPhones sind festgebrannt. Lieber User: bitte nimm ein iPhone so wie es ist! Achja, jetzt mag der eine oder andere etwas von Cyntia faseln [...] . Nein Danke. Wenn ich ein Telefon erst “hacken” muss damit ich es so benutzen kann wie ich es mag, dann kann dieses Produkt [für mich] nicht das Richtige sein. - Backup – oder nie wieder bei Null beginnen.
Neues Telefon – alles wieder von vorne. Die Icons wieder richtig schieben, die Klingeltöne wieder einstellen, etc etc. Seit Anbegin machen Blackberrys ein OverTheAir (OTA) Backup sämtlicher Einstellungen. Im Hintergrund. Auf dem BES. Wenn ich ein neues Gerät, oder auch nur ein Austauschgerät bekomme, gebe ich lediglich meine E-Mailadresse und mein Passwort an – ein paar Minuten später ist das neue Gerät genauso konfiguriert wie das Alte. Alles ist wieder da. Genauso wie vorher. Sauber. OTA. Danke. Kein Notebook nötig, kein manueller Sync. Nix. - Austausch / SWAP gibt es das noch?
Zugegeben, der Austauschservice oder auch Swap genannt, ist ein Service der Netzbetreiber. Stimmt etwas nicht mit der Hardware meines Telefons nicht – ein Anruf genügt und das Gerät wird ausgetauscht. Bei Apple gibt es so etwas nicht. Es sei denn man bucht den Apple eigenen “Care” hinzu. Gegen Aufpreis. Aber auch hier gibt es keinen Direktaustausch. Bei Blackberrys schon. Warum bei Apple nicht? Weil Apple so etwas nicht vorsieht. Und die Netzbetreiber daran nichts ändern können. Siehe Punkt 4. Apple will das so. Aha. Danke. - Apps – das “Killer-Thema”
Da ist das schöne Thema “Apps” ja. Wir haben alle darauf gewartet. Apple hat mehr Apps als RIM. Richtig. Und damit ist das Thema eigentlich für viele schon erledigt. Moment. Bitte einmal kurz nachdenken…. Welche Apps BRAUCHT man, du, ich, Sie denn? Für mich sind es neben den Core-Funktionalitäten eigentlich nur Facebook, Ebay, WhatsApp, WordPress, XING und meinetwegen noch FourSquare. Achja und eine Geocaching App. Obwohl nein – dafür hab ich ja mein GPS Gerät. So, und nun liebe Internet-Gemeinde, was BRAUCHT man jetzt noch was nicht als “Time-Killer-App” zu bezeichnen ist? Ich will auf meinem Telefon keine Bücher lesen, sorry, ich brauche mein Handy nicht als “Disco Light” oder als Spielemaschine. Klar, auch bei RIM gibt es diverse Apps dieser Kathegorie die ich genauso in die “Time-Killer-App” Schublade packen würde. Für mich sind die zig Tausend verfügbaren Apps ALLER App-Stores kein Argument für den Kauf einer “Plattform”. Die hochqualitativen Apps sind eh sehr gezählt. Sowohl bei Apple, als auch RIM als auch Google. Die Apps die ICH brauche gibt es bei allen dreien. Also ist mir die Anzahl der “nonsens-Apps” eigentlich egal. Und ich will Apps von verschiedenen Quellen installieren. Egal ob die App RIM oder Apple gefällt. Durch die OTA Installation kann man auf dem Blackberry von jeder beliebigen Webseite aus Apps herrunterladen. Installieren. Fertig. - Datenschutz & Sicherheit
Beim Blackberry liegen alle Backup Daten und Konfigurationen auf dem Blackberry Enterprise Server (BES) . Entweder auf dem unternehmenseigenen Server, oder dem gemieteten Blackberry Postfach beim Hoster der Wahl. Die Daten liegen NICHT in irgendeiner Cloud auf die Amerika jederzeit Zugriff hat. Das deutsche Fraunhofer Institut hat in einer Studie die Sicherheit von Blackberry Infrastrukturen untersucht. Resultat? Sicher! Bestätigt & validiert. Bei Blackberrys gibt es keine (ungewollte) Aufzeichnung der Standort Daten. Und meine Adressdaten liegen auch nicht bei Apple. Meine Mails auch nicht. Gut so. - die kleinen Dinge
Wenn ich meinen Blackberry in die Ledertasche packe – sperrt sich das Gerät automatisch. Standby. Stromsparen. Tastensperre. Super. Manchmal sind es die kleinen Dinge die ich an meinem Telefon “lieben” gelernt habe. Oder auch das ausgefeilte Profilmanagement der BB’s. In der Tasche klingelt nur meine Frau, sonst alle. Sontags nur bekannte Rufnummern. Wochentags alle. Mails bimmeln nur zwischen 9 und 17 uhr. Sonst ist Ruhe. Klasse. Vibrationsalarm? Nur dann wenn ich das Telefon in der Tasche habe. Sonst macht es keinen Sinn. Einmal konfiguriert. Für ewig gespeichert.
Oder der Blackberry Messenger: Kostenfrei Nachrichten, Bilder und Videos verschicken. Leider nur zwischen Blackberrys. Für den Rest gibt es auch beim BB den WhatsApp Messenger. Gut so.
Termine als “privat” deklarieren damit diese nicht im Unternehmenskalender auftauchen? Kein Problem beim BB – das iPhone hat diese Funktion noch immer nicht…
Wenn die schier endlosen Konfigurationsmöglichkeiten am Blackberry Endgerät noch nicht reichen, der BES bietet noch mal zig hundert verschiedene Einstellmöglichkeiten für die Endgeräte. Individualität gefördert. Do it your way.
Das iPhone ist einfach cooler …
… mit dem Satz endet quasi jede Diskussion über die Vorzüge des einen oder anderen Gerätes. Und das stimmt. Der “Coolness Faktor” ist heute das Kaufargument. Nicht die Leistung eines Gerätes. Und hier hat die Marketing Abteilung von Apple herrausragendes geleistet. Apple’s Produkte sind cool. Blackberrys nicht. RIM hat in der Tat geschlafen. Allerdings weniger bei der Produktentwicklung, sondern vor Allem im Marketing. RIM hat in den vergangenen Jahren Fehler gemacht, das stimmt, die aber weniger die Geräte oder die Leistung dieser angeht sondern die Kommunikation. Sei es bei Produktankündigungen oder sei es bei der Werbung. Geschlafen. Verkannt.
Die Kritik an RIM ….
In den letzten Monaten hört man diverse Horrorgeschichten von RIM. Börsenkurseinbrüche, Entlassungen, geflopte Produkteinführungen. Aber lassen wir die Kirche doch mal im Dorf. RIM hat in letzten Jahr fast doppelt so viele Endgeräte verkauft wie im Jahr davor. Eigentlich eine schöne Nachricht. Aber wenn man diese Zahl jetzt mit den Verkaufszahlen des iPhones vergleicht, siehts wieder schlechter aus. Die Börsen-Analysten motzen auf dem Shareholder-Meeting und zücken dann Ihren Blackberry um die Neuigkeiten zu Twittern. Da kratzt man sich doch schon mal am Kopf. Aber was passiert hier? Ein solides Unternehmen mit guten Produkten wird “kaputt-geredet” weil die Marketing Abteilung im Vergleich zu Apple’s - eine Garagenwerkstatt ist. Liebe RIM Manager, gute Produkte sind das Eine. Markting das Andere. Und auf einem Bein kann man nicht stehen. Kommunikation ist wichtig. Aber bitte richtig kommunizieren. Produkte sollten erst dann angekündigt werden wenn Sie auch auslieferbereit sind. Alles Andere verärgert.
Last but not ….
Ich will kein Lemming sein, und will mich dem Apple way of life nicht unterwerfen. Mir geht Funktion vor Marketing. Ich will kein stylisches Objekt. Ich brauche ein Smartphone. Ich bin halt Blackberry (ab)User.
Und wenn es auf Kosten der “cooles” ist. Dann bin ich halt uncool. Damit kann ich leben.
Und seien wir doch mal ganz unsachlich: Ein iPhone hat doch jeder
Also will ich keins
Lieber Tobi,
ich habe auf meinem iPhone von diesem Post erfahren, schreibe diesen Kommentar gerade per iPad und werde in Kürze ausführlich per MacBook Air drauf antworten.
… wenn das gestattet ist.
iGrüße
Stefan